Alle Notizen

Was Domänenwissen in der Produktentwicklung verändert

Wer den Prozess kennt, baut andere Invarianten. Nicht mehr Features — andere Fehler, die man sich nicht leisten kann.

In der Behälterglas-Produktion ist ein Rezept keine Liste von Zutaten. Es ist eine Entscheidung über Temperatur, Redox, Kosten und das, was die nächste Schicht vorfindet. Wer das nur als Formularfelder modelliert, verliert die Reihenfolge, in der die Realität zuschlägt.

Domänenwissen ändert deshalb zuerst die Fragen. Nicht: Welche Maske fehlt? Sondern: Was darf nach dem Wiegen nicht mehr stillschweigend verschwinden? Was muss eine Schicht der nächsten hinterlassen, ohne mündliche Zusatzrechnung?

Daraus folgen unspektakuläre technische Konsequenzen. Buchungen werden Zustände. Berechnungen bleiben an Versionen gebunden. Validierung ist ein Schritt, den jemand sehen kann. Migrationen und Backups gehören zum Produkt, nicht zur Nachsorge.

Für technische Entscheider: Stellen Sie jemanden, der den Prozess erklären kann, an den Anfang der Architektur — nicht an das Ende der Abnahme. Der teuerste Fehler ist der, den das System erlaubt, weil niemand ihn für fachlich gehalten hat.